Blogbeitrag
Sundance-Highlight: Gemeinnützige Medien als zivilgesellschaftliche Infrastruktur
Letzte Woche veranstaltete Maya Chupkov, Programmleiterin für Medien und Demokratie bei California Common Cause, im Rahmen des Sundance Film Festivals eine Podiumsdiskussion zum Thema “Die Renaissance öffentlicher Investitionen: Eine neue Vision für öffentlich geförderte Dokumentarfilme”. Führende Persönlichkeiten aus Medien und zivilgesellschaftlichem Bereich, darunter Paula Smith Arrigoni, Geschäftsführerin von BAVC Media; Carrie Lozano, Präsidentin und CEO von ITVS; und Erika Dilday, Geschäftsführerin von American Documentary, diskutierten gemeinsam mit Maya die Frage: Was bedeutet es, gemeinschaftsbasierte Erzähltraditionen in einer Zeit des Rückzugs des Bundes und der Konsolidierung aufrechtzuerhalten?
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns ein neues System vorstellen, das den Interessen unabhängiger, gemeinschaftsorientierter Erzählformen Priorität einräumt.
Hier einige Höhepunkte der Diskussion:
Ein Wendepunkt für die Medien im öffentlichen Interesse
Unabhängiges öffentliches Interesse ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Demokratie. Es ist entscheidend, Geschichten mit Themen zu verknüpfen, die unseren Gemeinschaften – insbesondere kulturell isolierten – am Herzen liegen. Wenn Gemeinschaften keinen Zugang zu vertrauenswürdigen und leicht zugänglichen Informationen haben, leiden Bürgerbeteiligung, Rechenschaftspflicht und das Vertrauen der Öffentlichkeit.
Der Dokumentarfilm im öffentlichen Interesse steht genau vor dieser Herausforderung. Ähnlich wie der Lokaljournalismus helfen Dokumentarfilme Gemeinschaften, komplexe Sachverhalte zu verstehen, das kollektive Gedächtnis zu bewahren und Stimmen Gehör zu verschaffen, die in den vorherrschenden Narrativen oft ungehört bleiben. Sie sind Teil derselben zivilgesellschaftlichen Infrastruktur, auch wenn sie anders finanziert, verbreitet und diskutiert werden.
Die durch die Schließung der Corporation for Public Broadcasting verursachte Krise im Dokumentarfilmbereich konfrontiert uns mit folgenden Fragen: Wie begegnen Menschen tatsächlich Geschichten über das öffentliche Leben? Wie können Dokumentarfilme und visuelle Medien die Organisation, die Politikgestaltung und die öffentliche Rechenschaftspflicht unterstützen?
Wenn wir Dokumentarfilme als Teil des gemeinwohlorientierten Medienökosystems betrachten, werden sie zu Instrumenten des gemeinsamen Lernens und des bürgerlichen Dialogs und zu einem Teil des umfassenderen Informationsumfelds, das das öffentliche Verständnis und die demokratische Teilhabe prägt.
Von der Vision zur Praxis: Was wir vor Ort lernen
In Kalifornien haben lokale und regionale Koalitionen gezeigt, wie Medien, Gemeindeorganisationen und politische Entscheidungsträger zusammenarbeiten können, wenn der Fokus auf … liegt. gemeinsame bürgerliche Ziele. Maine bietet ein überzeugendes Beispiel. Was als Kampagne zur Wirkungsorientierung rund um einen einzelnen Dokumentarfilm begann und vom Camden International Film Festival und dem Points North Institute unterstützt wurde, entwickelte sich schließlich zu entwickelte sich zu einem dauerhaften, öffentlich finanzierten Programm.
Möglich wurde dies nicht durch eine einheitliche politische Lösung, sondern durch den Aufbau von Beziehungen. Gesetzgeber und Behörden wurden frühzeitig in die Gespräche einbezogen. Filme schufen Raum für den Dialog.
Die Fallstudie aus Maine zeigte uns auch, wie Filmvorführungen als zivilgesellschaftliche Infrastruktur fungieren können. Gezielt konzipiert, bieten sie Raum, um politische Debatten menschlicher zu gestalten, einen gemeinsamen Bezugspunkt zu schaffen, der formeller Interessenvertretung oft fehlt, und Journalisten, Gemeindemitgliedern, Aktivisten und politischen Entscheidungsträgern das gemeinsame Zuhören zu ermöglichen.
Common Cause plant, diese Erkenntnisse auch in Kalifornien anzuwenden und mithilfe von Filmvorführungen und Gesprächen ein gemeinsames Verständnis für gesellschaftliche Probleme zu schaffen.
Wohin uns das führt
Wenn Medien im öffentlichen Interesse ein öffentliches Gut sind, hängt ihre Zukunft davon ab, wie gut sie in die Systeme integriert sind, die die Demokratie stützen.
Dokumentarfilme sind eng mit Journalismus, politischer Arbeit und politischer Interessenvertretung verbunden. Wenn Filmemacher regional zusammenarbeiten und sich an gemeinnützigen Zielen orientieren, kann ihre Arbeit die zivilgesellschaftliche Infrastruktur stärken und dazu beitragen, kulturell isolierte Gemeinschaften zu verbinden.
Bei California Common Cause prägt diese Perspektive unsere Herangehensweise an die Verknüpfung von Forschung, Storytelling, Bürgerbeteiligung und Politik. Die zukünftige Arbeit zielt nicht auf den Erhalt eines einzelnen Mediums ab, sondern auf die Stärkung des gesamten gemeinwohlorientierten Medienökosystems.